Johann-Heinrich-Merck-Preis 2010 geht an Karl-Markus Gauß
Darmstadt, 15. Juli 2010 – Den Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay erhält in diesem Jahr der österreichische
Schriftsteller und Kritiker Karl-Markus Gauß. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den mit 12.500 Euro
dotierten Preis gemeinsam mit dem Georg-Büchner-Preis auf ihrer Herbsttagung am 23. Oktober 2010 in Darmstadt. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis
ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Literaturkritiker und wird vom Pharma- und Chemieunternehmen Merck seit 1964
finanziert.
Karl-Markus Gauß wurde 1954 in Salzburg geboren, wo er heute als Schriftsteller und Literaturkritiker lebt. Zu seinem Gesamtwerk
zählen Tagebücher, Kurzprosa, Reisereportagen und kulturphilosophische Reflexionen. Vor allem die Kulturen nationaler Minderheiten
und Ethnien in Mittel- und Südosteuropa sind ein immer wiederkehrendes Thema in Gauß’ Büchern.
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung begründet die Preisvergabe damit, dass Gauß „in seinen brillanten Essays und
Journalen die Ränder Europas mit ihren vielen vergessenen und verdrängten Kulturen erschlossen und uns damit den einzigartigen
kulturellen Reichtum jenseits der Grenzen der Globalisierung aufgezeigt“ habe. Gauß beherrsche „die subtile Polemik ebenso
wie das ruhige anschauliche Erzählen“. In seinem 2009 veröffentlichten Buch „Die fröhlichen Untergeher von Roana“ nimmt Gauß
den Leser mit auf eine Entdeckungsreise zu fast vergessenen Volksgruppen in Europa, wie den Assyrern in Schweden, den Zimbern
in Norditalien und den Karaimen in Litauen. Dabei gelang es Gauß laut Frankfurter Allgemeinen Zeitung erneut, „uns das Staunen
über Europa zu lehren“. Und die Wiener Zeitung bezeichnet ihn als „begnadeten Ethnographen des Kontinents“. Ende Juli dieses
Jahres erscheint im Zsolnay-Verlag eine Kulturgeschichte Europas mit dem Titel „Im Wald der Metropolen“.
Seit 1991 ist Gauß Herausgeber der angesehenen Literaturzeitschrift „Literatur und Kritik“. Daneben schreibt er für zahlreiche
Tageszeitungen, wie die Neue Zürcher Zeitung, die Süddeutsche Zeitung, Die Presse sowie Der Standard. Seine Bücher wurden
in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Donauland-Sachbuchpreis, dem Mitteleuropa-Preis,
dem Georg-Dehio-Buchpreis und dem Manès-Sperber-Preis.
Der Johann-Heinrich-Merck-Preis geht auf den Schriftsteller und Literaturkritiker Johann Heinrich Merck zurück, der von 1741
bis 1791 in Darmstadt lebte. Er gründete einen Verlag für preiswerte Nachdrucke westeuropäischer Literatur in der Originalsprache,
später auch für zeitgenössische deutsche Werke. Mercks Haus war Mittelpunkt des Darmstädter Kreises der Empfindsamen – einem
literarischen Freundeskreis, dem unter anderem Johann Gottfried Herder und Franz Michael Leuchsenring angehörten. Mit dem
jungen Goethe war Merck freundschaftlich verbunden.

Sämtliche Pressemeldungen der Merck KGaA werden - zeitgleich mit der Publikation im Internet - auch per E-Mail versendet:
Nutzen Sie die Web-Adresse http://www.merck.de/newsabo, um sich online zu registrieren, die getroffene Auswahl zu ändern oder den Service wieder zu kündigen.
Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit Gesamterlösen von 7,7 Mrd. € im Jahr 2009, einer Geschichte,
die 1668 begann, und einer Zukunft, die rund 40.000 (inklusive Merck Millipore) Mitarbeiter in 64 Ländern gestalten. Innovationen
unternehmerisch denkender und handelnder Mitarbeiter charakterisieren den Erfolg. Merck bündelt die operativen Tätigkeiten
unter dem Dach der Merck KGaA, an der die Familie Merck mittelbar zu rund 70 Prozent und freie Aktionäre zu rund 30 Prozent
beteiligt sind. 1917 wurde die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. enteignet und ist seitdem ein von der Merck-Gruppe
vollständig unabhängiges Unternehmen.